Europa der Regionen: verschiedene kulturelle Identitäten in Deutschland
Dass es nicht schwer fällt, seine Identität, Traditionen, Sprache oder Dialekte zu bewahren,
selbst wenn es keine Grenzen gibt und man sogar als eine Nation gilt, zeigen die vielen verschiedenen deutschen Völker. Ob Bayern oder Hessen, Friesen oder Berliner, Sachsen oder Franken – alle sprechen schon seit Jahrhunderten ihr eigenes Deutsch – haben ihre Eigenheiten und Besonderheiten, auf die jeder Einzelne von ihnen stolz ist.
So kann es schon mal vorkommen, dass man sich als Sachse im Hannover Hotel etwas beobachtet vorkommt, weil alle den sächsischen Dialekt so lustig finden. Dafür könnte ein Besucher aus dem hohen Norden Deutschlands einige Verständigungsprobleme haben, wenn er sich in Sachsen nach dem Weg erkundigen will. Trotz einheitlicher Sprache, einer großen Geschichte und Literatur sind die Deutschen ein Volk aus verschiedenen Völkern. Da wird ein Berliner in seiner Ferienwohnung im Allgäu gern noch als „Preuße“ bezeichnet, was noch auf die historische Rivalität zwischen den beiden Königreichen Preußen und Bayern anspielt.
Ebenso wie bei der Sprache besinnt man sich in den verschiedenen Regionen Deutschlands auch auf seine traditionelle Architektur. Diese zu erhalten und zu beleben spielt vor allem für den Tourismus eine große Rolle. So sieht man in Norddeutschlands wieder mehr Schilfdächer, alte Fachwerkgebäude im Harz und Thüringen werden aufwendig saniert und leerstehende Fabrikgebäude in der Hauptstadt werden zu Berlin Hostels umfunktioniert und fallen so nicht dem Abrisswahn zum opfer. So unterschiedlich und einig wie in Deutschland kann es auch in ganz Europa zugehen. Die Angst, dass die kulturelle Identität eines Volkes gefährdet ist, nur weil seine Grenzen fallen, ist also unbegründet. Deutschland ist dafür das beste Beispiel.