Die Geschichte eines Tabus: Urin als Heil- und Diagnosemittel

Urin hat als Heil und Diagnosemittel eine lange Geschichte. Das Heimatmuseum plant eine Ausstellung über den Stoff, zur Vorbereitung hier ein paar Informationen:

Schon im alten Ägypten rechnete man dem Urin Heilwirkungen zu. In dieser Zeit gab es häufig so genannte Harnschauen, bei der man aus der Farbe, dem Geruch, der Beschaffenheit und der Trübung auf den Allgemeinzustand der jeweiligen Person schloss und den Urin anschließend auch als Therapeutikum anwandte. Sie sollten sich also nicht nur über das Beckenbodentraining in Berlin, das Sie gegen Ihre Blasenschwäche anwenden, ärgern, sondern sich lieber mal mit den positiven Eigenschaften des Ausscheidungsprodukts beschäftigen. Die Therapie mit Urin wird heute als Eigenurintherapie bezeichnet und beinhaltet alle äußeren und inneren Anwendungen des Mittelstrahls des Morgenurins.

Gerade die im Urin befindlichen Mineralien und keimtötenden Substanzen lassen sich äußerlich bei Wunden und Hauterkrankungen anwenden und auch innerlich wirkt sich die Substanz angeblich gut aufs Immunsystem aus. Zur Anwendung stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, die man sich am besten beim Wohnen auf Zeit in Berlin alleine und ohne Beobachter zu ausprobiert. Als erste – und sehr umstrittene – Variante gilt das Trinken des Urins, das für viele eine große Überwindung darstellt. Dazu wird der Urin beim Wasserlassen in einem Behältnis aufgefangen und dann auf nüchternen Magen getrunken. Dies sollte, so die Verfechter jener Methode, jeden Tag über mehrere Monate geschehen, damit die körpereigenen Abwehrkräfte gestärkt werden. Ebenfalls zur Immunmodulation eignet sich das Injizieren von Eigenurin, das man jedoch aufgrund der Sterilität nur von einem Heilpraktiker machen lassen sollte.

Um Hauterkrankungen, wie Neurodermitis oder Ekzeme, und Pilzerkrankungen zu behandeln, trägt man den Urin auf die Haut auf. Wenn Sie Ekel vorm Trinken oder Auftragen des eigenen Urins haben und nicht mal die Boxershorts für Männer von Calida in einem Geschäft, sondern nur online kaufen, lassen sich aus dem steril gemachten Urin auch homöopathische Präparate und Salben herstellen. Der Wirkstoff Urea. oder Harnstoff, findet sich in vielen im Handel angebotenen Salben und Präparaten. Umfassend wirkt die Eigenurintherapie bei akuten und chronischen Allergien und Krankheiten, wie Herz-Kreislauf- und Lebererkrankungen, Tuberkulose oder Diabetes, Fieber, entzündlichen Hauterkrankungen und Wunden und stärkt die Immunabwehr, weshalb man den Urin als Heilmittel nicht mehr als Tabuthema behandeln sollte.

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